Recherche · 27. Mai 2026

    HubSpot Kündigung: Vertragsfallen und Ausstiegsrechte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (2026)

    DACH-Kunden schließen ihren HubSpot-Vertrag nicht mit dem US-amerikanischen Mutterkonzern, sondern mit HubSpot Germany GmbH — unter deutschem Recht. Die Nicht-Kündigungsklausel aus §4.1 der Nutzungsbedingungen ist identisch mit dem US-Vertrag. Doch das deutsche BGB gibt euch drei Ausstiegshebel, die US-Kunden nicht haben: das Recht zur außerordentlichen Kündigung nach §314 BGB, den Sachmängelabhilfeanspruch aus den DACH-spezifischen Vertragsbedingungen und die AGB-Inhaltskontrolle nach §307 BGB.

    Seite URL: restacked.ai/hubspot-kuendigung-deutschland · Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2026

    Das Wichtigste vorab

    HubSpot Germany GmbH ist der Vertragspartner für alle Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Es gilt deutsches Recht.

    Das ist keine Kleinigkeit. Es bedeutet:

    • Die Kündigungsklausel §4.1 (kein Ausstieg vor Vertragsende) ist dieselbe wie im US-Vertrag — aber sie wird unter deutschem Recht bewertet.
    • §314 BGB (außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund) kann nicht vertraglich ausgeschlossen werden. HubSpot hat dieses Recht im DACH-JST ausdrücklich stehen gelassen.
    • HubSpot ist verpflichtet, wesentliche Mängel zu beheben. Tut es das nicht, gibt es eine anteilige Erstattung.
    • Gerichtsstand ist Deutschland — keine erzwungene Zuständigkeit in Boston (MA), wie beim US-Vertrag.

    DACH-spezifische Kennzahlen aus öffentlichen Quellen (Mai 2026):

    • Capterra.de: 4,5/5 Sterne bei 4.458 verifizierten Bewertungen; Preis-Leistung nur 4,3/5
    • Trustpilot (international, europäische Nutzer): 1,8/5 bei 1.054 Bewertungen, 47% Einsternerezensionen
    • OMR Reviews: HubSpot ist eine der meistbewerteten CRM-Plattformen; Kritik konzentriert sich auf Preisstruktur, Kontakttier-Systematik und Vertragsbindung

    Die 4 zentralen Befunde für DACH-Kunden

    Befund 1: Die Vertragsfalle ist identisch mit dem US-Vertrag — aber das Recht ist stärker

    §4.1 der HubSpot-Nutzungsbedingungen gilt auch in DACH. Der Wortlaut:

    "Except as specifically provided for in this Agreement, you may not cancel your subscription prior to the end of your Current Term, and we will not provide any refunds of prepaid fees or unused Subscription Fees through the end of your Current Term."

    Das heißt: Wer einen 12-Monats-Vertrag abschließt und nach Monat 4 aussteigen will, schuldet die restlichen 8 Monate. Wer nach Vertragsschluss automatisch in einen neuen Jahresvertrag verlängert wird und das erst im Nachhinein bemerkt, schuldet das gesamte neue Jahr.

    Der Unterschied zu US-Kunden: Die DACH-spezifischen Vertragsbedingungen (JST Germany, zuletzt geändert 3. November 2025) lassen das Recht zur außerordentlichen Kündigung nach deutschem Recht ausdrücklich unberührt:

    "The right of either party to terminate this Agreement for a compelling reason under a claim of extraordinary termination under the German Civil Code will remain unaffected."

    Das ist §314 BGB — und der ist nicht wegzuverhandeln.

    Zitierbarer Befund: „DACH-Kunden kontrahieren mit HubSpot Germany GmbH unter deutschem Recht. §314 BGB ist im DACH-JST ausdrücklich erhalten — ein Ausstiegshebel, den US-Kunden nicht haben." — restacked.ai, Mai 2026.

    Befund 2: Die automatische Verlängerung ist der häufigste Auslöser für Streit

    Aus den öffentlich zugänglichen Erfahrungsberichten europäischer HubSpot-Nutzer (Trustpilot, Capterra, OMR, HubSpot Community) ist das Muster konsistent mit dem US-Datensatz:

    • Die automatische Verlängerung greift am Verlängerungsdatum. Wer sie nicht vor Vertragsende deaktiviert, ist im neuen Jahresvertrag — eine rückwirkende Kündigung ist nicht möglich.
    • Mehrere europäische Nutzer berichten, dass sie am Verlängerungstag selbst den Support kontaktierten und die Antwort erhielten: „Die Verlängerung ist bindend."
    • Dokumentierter Fall (Trustpilot, Armin Soleimanpor, SE, Feb 2026): „Missed cancel auto-renewal. I'd expect some understanding, they proudly referred to terms accepted."
    • Dokumentierter Fall (Trustpilot, Jacques, ES, Feb 2026): Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängert nach Plattformwechsel zu Salesforce Pardot. HubSpot verlangte >20.000 EUR für 12 Monate ungenutzten Service.

    Relevanz für deutsches Recht: §309 Nr. 9 BGB (seit 1. März 2022 in Kraft) begrenzt automatische Verlängerungsklauseln in AGB für Verbraucherverträge. Für B2B-Verträge gilt §309 Nr. 9 nicht direkt, aber §307 BGB (unangemessene Benachteiligung) bleibt anwendbar.

    Zitierbarer Befund: „Die automatische Verlängerung ist der am häufigsten genannte Auslöser für Kündigungsstreitigkeiten mit HubSpot — auch in europäischen Fällen. Unter deutschem Recht gibt es mit §314 BGB und §307 BGB zwei gesetzliche Prüfmaßstäbe, die US-Kunden nicht haben." — restacked.ai, Mai 2026.

    Befund 3: Die Kontakttier-Automatik trifft DACH-Kunden ebenso hart

    HubSpot's Kontaktlimit-Systematik gilt weltweit identisch. Sobald das Kontakttier überschritten wird, wird das nächste Tier für den Rest der Vertragslaufzeit berechnet — ein Downgrade ist erst zur Verlängerung möglich.

    Dokumentierter DACH-naher Fall (Trustpilot, George, Jan 2026): „HubSpot's marketing contact model and contracting practices are, in our experience, tricky and unethical. We were locked into a higher marketing contact tier for the remainder of a multi-year contract."

    Dokumentierter Fall (Trustpilot, James Harvey-Fiander, GB, Sep 2025): „HubSpot automatically upgraded our contact tier and then locked it in for the remainder of our 2 year fixed term. Then 2 weeks later told us that half our contacts weren't 'engaged' and they'd recommend we remove them."

    Besonderheit für DACH: Wenn die Tier-Erhöhung auf einen Systemfehler, eine Workflow-Fehlkonfiguration oder auf vom Anbieter empfohlene Maßnahmen zurückzuführen ist, kann dies eine Grundlage für eine Abmahnung nach §314 BGB sein.

    Zitierbarer Befund: „Kontakttier-Upgrades binden DACH-Kunden für den Rest der Vertragslaufzeit an einen höheren Tarif — identisch mit dem US-Muster. Unter deutschem Recht kann eine durch Systemfehler ausgelöste Tier-Erhöhung ein tauglicher §314-BGB-Kündigungsgrund sein." — restacked.ai, Mai 2026.

    Befund 4: Inkasso-Eskalation ist auch in Deutschland dokumentiert — mit DACH-spezifischen Rechtsfolgen

    Das US-Muster (Konto blockiert nach 10 Tagen, Inkassounternehmen nach 60–90 Tagen) gilt grundsätzlich auch für DACH-Kunden. Dokumentierter Fall mit DACH-Bezug (Medium, Iyad Horani): Nach 3–4 Monaten nicht bezahlter Rechnungen Kontolöschung; 7 Monate später Inkassoforderung für den gesamten ausstehenden Betrag.

    Unterschied zu den USA unter deutschem Recht:

    • Inkassounternehmen in Deutschland unterliegen strengeren Regulierungen (Rechtsdienstleistungsgesetz, RDG).
    • Vor der Begleichung einer Inkassoforderung empfiehlt sich die Prüfung, ob die Hauptforderung berechtigterweise besteht — insbesondere wenn ein §314-BGB-Kündigungsgrund vorlag.
    • Schufa-Einträge: Eine unberechtigte Forderungsanmeldung kann bei der Schufa angefochten werden.
    • HubSpot Germany GmbH ist deutschem Recht unterworfen — Zwangsvollstreckung oder Klagen müssen in Deutschland geführt werden, nicht in Boston.

    Verbatim: Die Vertragsbedingungen, die zählen

    §4.1 — Laufzeit und Verlängerung (global, Stand 14. April 2026)

    "Your Initial Term will be specified in your Order, and, unless otherwise specified in your Order, your subscription will automatically renew for the shorter of the same duration as your prior term or one year. Except as specifically provided for in this Agreement, you may not cancel your subscription prior to the end of your Current Term, and we will not provide any refunds of prepaid fees or unused Subscription Fees through the end of your Current Term."

    §4.2 — Hinweis zur Nichtverlängerung

    "you must turn off the auto-renewal setting in the Account & Billing section of your HubSpot account prior to the end of your Current Term. If you do not turn off the auto-renewal setting … your Subscription will renew automatically."

    §2.5 — Herabstufungen

    "You are not permitted to downgrade your Subscription Service during your Current Term. You may downgrade your Subscription Services at your next renewal date upon completion of a new Order Form."

    DACH-JST §2 — Sachmängel (nur für DACH)

    "If the Subscription Service is determined to have a defect, you will notify us in writing. We will remedy material defects in a reasonable period of time. If we cannot, then we will refund to you the pro-rata amount of fees actually paid applicable to the unremedied material defect."

    Das ist der einzige vertraglich vorgesehene Erstattungsweg im DACH-Vertrag neben §4.5 (Kündigung aus wichtigem Grund).

    DACH-JST §3 — Kündigung aus wichtigem Grund (ersetzt §4.3 global)

    "Either party may terminate this Agreement for cause, as to any or all Subscription Services upon thirty (30) days' notice to the other party of a material breach if such breach remains uncured at the expiration of such period. The right of either party to terminate this Agreement for a compelling reason under a claim of extraordinary termination under the German Civil Code will remain unaffected."

    Das ist §314 BGB — und er ist nicht abdingbar.

    DACH-JST §5 — Anwendbares Recht und Vertragspartner

    "If your Customer Location is in Germany, Austria or Switzerland (collectively, the 'DACH Region') or in Liechtenstein, then you are contracting with HubSpot Germany GmbH, and this Agreement is governed by the laws of Germany, without reference to conflicts of law principles."

    DACH-JST §10.6 — Verjährung (nur für DACH)

    "EXCEPT FOR FULL LIABILITY CLAIMS, THE PERIOD OF LIMITATION FOR ANY WARRANTY AND LIABILITY CLAIMS WILL BE ONE YEAR."

    Achtung: Das ist eine Verkürzung auf 1 Jahr gegenüber der gesetzlichen Regelverjährung von 3 Jahren (§195 BGB). Für B2B-Verträge ist diese Verkürzung grundsätzlich zulässig — aber im Rahmen einer AGB-Inhaltskontrolle nach §307 BGB prüfbar.

    Fallübersicht: Dokumentierte europäische Fälle (Auswahl)

    Hinweis zur Methodik: Da es in DACH kein direktes Äquivalent zum US-amerikanischen BBB gibt, basiert diese Auswahl auf Trustpilot-Einträgen europäischer Nutzer, OMR Reviews, Capterra.de und der HubSpot Community. Die Datenbasis für DACH ist kleiner als für den US-Markt. Vollständiger US-Datensatz (47 Fälle, Google Sheets)

    #Quelle / DatumPlan / HubVertragsphaseBetragAuslöserErgebnis
    1Trustpilot / Feb 2026Jahresvertrag (Armin Soleimanpor, SE)Verlängerung verpasstk.A.Automatische Verlängerung — Kündigung zu spätAbgelehnt — Vertrag bindend
    2Trustpilot / Feb 2026Marketing Hub, jährlich (Jacques, ES)Post-Verlängerung>20.000 EUR/JahrAuto-Verlängerung während PlattformwechselAbgelehnt — Kommunikation eingestellt
    3Trustpilot / Jan 2026Marketing Hub, mehrjährig (George)Laufende Vertragslaufzeitk.A.Kontakttier-Upgrade ohne klare WarnungAbgelehnt — höherer Tarif bis Ende
    4Trustpilot / Sep 2025Marketing Hub, 2 Jahre (James Harvey-Fiander, GB)Mitte Vertragslaufzeitk.A.Auto-Kontakttier-Upgrade, dann „nicht engagiert"Abgelehnt — Tarif 2 Jahre festgeschrieben
    5Trustpilot / Feb 2026Sales Hub Enterprise (JB, GB)VerlängerungsverhandlungMonatliche Abrechnung verweigertContracts Manager bot nur £2 RabattKunde verließ HubSpot bei Verlängerung
    6Trustpilot / Sep 2025Transaktionaler E-Mail-Dienst (Sébastien Bombart, EU)Laufende Vertragslaufzeitk.A.Dienst funktionierte nicht wie beschriebenAbgelehnt — Vertrag durchgesetzt
    7Trustpilot / Mär 2026Sales Hub Enterprise, jährlich (JB, GB)Verlängerungsverhandlungk.A.Features mis-sold; Enterprise-Funktionen fehltenKeine Flexibilität — Kunde stieg aus
    8Trustpilot / Feb 2026Jahresvertrag (Melissa Murray, intl.)KauftagJahresgebührSofortige Kündigung — PDF-Export fehlteKein Widerruf — „No Refunds"
    9Medium / Iyad HoraniMarketing Pro + Sales ProNach mehrjähriger NutzungGesamte ausstehende SummeZahlung gestoppt nach gescheiterter KündigungKonto gelöscht — 7 Monate später Inkasso
    10HubSpot CommunityMarketing Hub, jährlichMitte Vertragk.A.Workflow-Fehler triggerte Tier-UpgradeRückerstattung verweigert
    11Trustpilot / Mär 2026k.A. (Stock & Noble, AU)Laufende Vertragslaufzeitk.A.Preiserhöhungen, aggressive PraktikenKeine Kündigung möglich
    12Trustpilot / Feb 2026Marketing Hub, jährlich (Armin S., SE)Verlängerung verpasstk.A.Auto-Verlängerung — keine KulanzAbgelehnt — AGB zitiert

    Vollständiger US-Datensatz mit 47 Fällen (Google Sheets)

    Das DACH-Ausstiegsplaybook

    Das DACH-Playbook unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt vom US-Playbook: Ihr habt §314 BGB — ein nicht ausschließbares gesetzliches Recht zur außerordentlichen Kündigung. HubSpot hat dieses Recht im DACH-JST ausdrücklich stehen gelassen.

    Stufe 1 — Dokumentation (vor jedem Kontakt mit HubSpot)

    • Exportiert alle Auftragsformulare und das aktuelle Laufzeitende aus Account & Billing → Abonnements → Transaktionen → Bestellungen.
    • Exportiert Nutzungsdaten (Logins, gesendete E-Mails, aktive Workflows) — Beweis für tatsächlich erhaltenen Gegenwert.
    • Sichert alle schriftlich gemachten Zusagen eures Vertriebskontakts — bei B2B-Verträgen gilt das Schriftformprinzip.
    • Zieht sämtliche Support-Tickets, in denen ihr eine Leistungsstörung dokumentiert habt.
    • Falls ein HubSpot-empfohlener Onboarding-Partner nicht geliefert hat: Dokumentiert den Auftrag, die vereinbarten Deliverables und das Nichtleisten — das ist das stärkste §314-BGB-Argument im Datensatz.

    Stufe 2 — Wählt euren Rechtsweg

    Weg A: Außerordentliche Kündigung nach §314 BGB (stärkster Hebel bei Leistungsstörung)

    "Dauerschuldverhältnisse kann jeder Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung nicht zugemutet werden kann."

    Taugliche wichtige Gründe auf Basis des öffentlichen Fallmusters:

    • Wesentliche Funktionen, die vertraglich zugesichert wurden, wurden dauerhaft nicht geliefert.
    • Empfohlener HubSpot-Onboarding-Partner hat vereinbarte Leistungen nicht erbracht, HubSpot setzt Abrechnung fort.
    • Wiederholte, dokumentierte Servicestörungen, die den vertraglich geschuldeten Betrieb unmöglich machen.
    • Unangekündigte Löschung oder Sperrung eures Kontos durch HubSpot.

    Vorgehen:

    1. Schriftliche Abmahnung an HubSpot Germany GmbH mit konkretem Mangelnachweis und 30-tägiger Abhilfefrist (entspricht auch der vertraglichen Frist in JST §3).
    2. Nach erfolglosem Ablauf: Außerordentliche Kündigung per eingeschriebenem Brief/E-Mail mit Rückschein.
    3. Gleichzeitig: Zahlungsvorbehalt geltend machen.

    Weg B: Sachmängelabhilfe nach DACH-JST §2 (bei nicht remediertem Defekt)

    Wenn HubSpot einen wesentlichen Mangel nicht innerhalb angemessener Frist behebt, habt ihr Anspruch auf anteilige Erstattung der bezahlten Gebühren für den Zeitraum des nicht behobenen Mangels.

    Weg C: Nichtverlängerung innerhalb des Zeitfensters (risikoärmste Option)

    Wenn ihr euch innerhalb von 90 Tagen vor Verlängerung befindet: Deaktiviert die automatische Verlängerung in Account & Billing und sendet eine schriftliche Bestätigung per E-Mail an hubspotgermany@hubspot.com und euren Contract Manager. Verlasst euch nicht allein auf den UI-Toggle.

    Stufe 3 — Externe Eskalation (wenn §314/§4.3 abgelehnt wird)

    1. Anwaltliche Abmahnung — eine anwaltlich formulierte §314-BGB-Kündigung hat höhere Durchschlagskraft.
    2. Verbraucherzentrale — kostenlose oder günstige Erstberatung; HubSpot ist B2B, aber viele kleine Unternehmen wurden als Verbraucher behandelt.
    3. Schlichtungsstellen — der Verband der Internetwirtschaft eco e.V. betreibt eine Schlichtungsstelle für IT-Verträge.
    4. EU Online-Streitbeilegung (ODR-Plattform) — ec.europa.eu/consumers/odr.
    5. Deutsches Gericht — kein erzwungener Gerichtsstand in Boston. Prüft euer Auftragsformular auf eine Gerichtsstandsvereinbarung nach §38 ZPO.
    6. Datenschutzbehörde — GDPR Art. 20 (Datenportabilität) und Art. 17 (Löschungsrecht); zuständig ist der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz (HmbBfDI).

    Thresholds, die die Empfehlung ändern

    • Restvertragswert unter ~3.000 EUR: Anwaltliche Kosten übersteigen häufig den Streitwert. Fokussiert auf schriftliche Abmahnung + Schlichtung.
    • Restvertragswert über ~15.000 EUR: §314-BGB-Kündigung durch Anwalt ist das effizienteste Vorgehen.
    • Innerhalb 90 Tage vor Verlängerung: Keine Eskalation — einfach schriftlich kündigen.
    • HubSpot-Partner hat nicht geliefert: Stärkste §314-BGB-Position im gesamten Datensatz.

    Was ihr nicht tun solltet

    • Einfach die Zahlung einstellen ohne vorherige schriftliche §314-BGB-Abmahnung. Damit verliert ihr die Verteidigungsposition im Verzug.
    • Auf mündliche Zusagen eures Vertriebskontakts verlassen.
    • Den automatischen Verlängerungstoggle als alleinige Kündigung betrachten — immer schriftlich an hubspotgermany@hubspot.com bestätigen.
    • Einen 24- oder 36-monatigen Verlängerungsvertrag im Austausch für Rabatt unterschreiben, ohne eine schriftliche Downgrade- oder Ausstiegsklausel.

    Rechtlicher Rahmen: Wo sich DACH von den USA unterscheidet

    KriteriumUSA (HubSpot, Inc.)DACH (HubSpot Germany GmbH)
    VertragspartnerHubSpot, Inc.HubSpot Germany GmbH
    Anwendbares RechtMassachusetts-RechtDeutsches Recht (BGB)
    GerichtsstandBoston, MA (exklusiv)Nicht explizit im DACH-JST
    Außerordentliche Kündigung§4.3 (vertraglich)§4.3 + §314 BGB (gesetzlich, unabdingbar)
    SachmängelabhilfeNicht im VertragDACH-JST §2 (Nachbesserung + anteilige Erstattung)
    AGB-KontrolleKein Äquivalent§307 BGB
    VerjährungVertraglich geregelt1 Jahr per DACH-JST (§195 BGB: 3 Jahre)
    DatenschutzUS-Bundes-/StaatsrechtDSGVO — HmbBfDI
    Inkasso-RegulierungFDCPA (US)Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG)
    BeschwerdeBBB (D-Rating)Verbraucherzentrale, eco, EU-ODR

    Häufig gestellte Fragen (DACH)

    Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit bei HubSpot in Deutschland?

    Ja. Jahresverträge sind Standard. §4.1 der Nutzungsbedingungen untersagt eine Kündigung vor Vertragsende. Die einzige vertragliche Ausnahme ist §4.3 (wichtiger Grund / Vertragsverletzung). Das gesetzliche Recht zur außerordentlichen Kündigung nach §314 BGB bleibt davon unberührt.

    Mit wem schließe ich den Vertrag ab — HubSpot USA oder HubSpot Deutschland?

    Ihr kontrahiert mit HubSpot Germany GmbH (Hamburg). Es gilt deutsches Recht. Die DACH-spezifischen Vertragsbedingungen (JST Germany, zuletzt geändert 3. November 2025) haben Vorrang vor den globalen Nutzungsbedingungen.

    Was kostet der vorzeitige Ausstieg aus einem HubSpot-Vertrag in der Praxis?

    Es gibt keine gesonderte Vorfälligkeitsentschädigung. Geschuldet ist der gesamte verbleibende Vertragswert bis zum Vertragsende. Aus den öffentlichen Daten (US-Datensatz, N=28 mit offengelegten Beträgen) liegt der Median bei ~4.200 USD, der Mittelwert bei ~11.800 USD.

    Was ist §314 BGB und warum ist er für HubSpot-Kunden in Deutschland relevant?

    §314 BGB erlaubt die außerordentliche Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses aus wichtigem Grund. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn die Fortsetzung des Vertrags bis zum regulären Ende unzumutbar ist — z.B. bei anhaltender Nichtleistung, Lieferung eines wesentlich anderen Produkts als versprochen, oder schwerwiegender Vertrauensverletzung. Das Recht ist gesetzlich verankert und kann nicht vertraglich ausgeschlossen werden.

    Kann ich HubSpot kündigen, wenn ich mit dem Produkt unzufrieden bin?

    Allgemeine Unzufriedenheit reicht als Kündigungsgrund weder nach §4.3 des HubSpot-Vertrags noch nach §314 BGB aus. Erforderlich ist ein konkreter, nachweisbarer wichtiger Grund — z.B. eine wesentliche zugesicherte Funktion wurde dauerhaft nicht geliefert, oder ein von HubSpot empfohlener Partner hat die vereinbarten Leistungen nicht erbracht.

    Was passiert, wenn ich die Zahlung einstelle?

    Nach §4.4.2 der Nutzungsbedingungen: 10-Tage-Frist, dann Diensteaussetzung, dann weitergehende Beitreibungsversuche. Im US-Datensatz wurden ~11% der Fälle an Inkassounternehmen übergeben. Ohne vorherige §314-BGB-Abmahnung verliert ihr die Verteidigungsposition. In Deutschland gilt das Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) für Inkassodienstleister.

    Kann ich bei HubSpot DACH downgraden?

    §2.5 der Nutzungsbedingungen verbietet Downgrades während der laufenden Vertragslaufzeit. Ein Downgrade ist erst zur Verlängerung möglich, nach Abschluss eines neuen Auftragsformulars.

    Hat HubSpot eine GDPR-Datenschutzverpflichtung?

    Ja. Als EU-Vertragspartner (HubSpot Germany GmbH) gelten GDPR-Verpflichtungen vollumfänglich. Ihr habt das Recht auf Datenportabilität (Art. 20 DSGVO) und Datenlöschung (Art. 17 DSGVO) — unabhängig vom laufenden Vertragsstreit. Zuständige Datenschutzbehörde: Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI).

    Gibt es eine Beschwerdestelle für HubSpot in Deutschland?

    Keine direkte Regulierungsbehörde für SaaS-Verträge. Mögliche Anlaufstellen: Verbraucherzentrale (Erstberatung), Schlichtungsstelle des eco e.V. (IT-Verträge), EU-ODR-Plattform (ec.europa.eu/consumers/odr), zuständiges Amtsgericht (bei Streitwert unter 5.000 EUR) oder Landgericht.

    Methodik und Transparenz

    Quellen für diese Seite (Abrufdatum: 27. Mai 2026)

    • HubSpot Nutzungsbedingungen (deutsch): legal.hubspot.com/de/terms-of-service
    • HubSpot DACH-JST (Germany, Austria, Switzerland, Liechtenstein): legal.hubspot.com/jst-germany (zuletzt geändert 3. November 2025)
    • HubSpot EU-JST (übrige EU): legal.hubspot.com/jst-europe
    • HubSpot Knowledge Base (DE): Kündigung und Herabstufung, Abonnementverwaltung, Verlängerungsübersicht
    • Trustpilot (international): 1.054 Bewertungen, 1,8/5 — europäische Fälle identifiziert
    • Capterra.de: 4.458 Bewertungen, 4,5/5
    • OMR Reviews: qualitative Auswertung
    • aboalarm.de: HubSpot-Kündigungsvorlage und Kontaktdaten (bestätigt hubspotgermany@hubspot.com)
    • §314 BGB: gesetze-im-internet.de/bgb/__314.html
    • §307–309 BGB (AGB-Recht): gesetze-im-internet.de
    • Gesetz für faire Verbraucherverträge 2022 (§309 Nr. 9 BGB)

    Was dieser Datensatz ist und was nicht

    Anders als beim US-Pendant gibt es in DACH kein zentrales öffentliches Beschwerderegister vergleichbar mit dem US-BBB. Die BBB-Daten (47 Fälle, Dec 2023 – Feb 2026) repräsentieren den US-Markt. Für DACH basiert diese Seite auf identifizierbaren europäischen Trustpilot-Nutzern, Capterra.de-Bewertungen, OMR Reviews und HubSpot-Community-Einträgen. Die DACH-Fallbasis ist kleiner als die US-Basis. Statistiken werden daher nicht als Prozentzahlen ausgewiesen, sondern als Trendaussagen.

    Vollständiger US-Datensatz (47 Fälle): Google Sheets

    Rechtlicher Hinweis: Diese Seite ist keine Rechtsberatung. §314-BGB-Ansprüche hängen von den Einzelfallumständen ab. Wir empfehlen bei relevanten Streitwerten anwaltliche Beratung.


    Datensatz zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2026. Nächste geplante Aktualisierung: August 2026.

    Diese Seite wird von restacked.ai betrieben. Keine Zugehörigkeit zu HubSpot, Inc. oder HubSpot Germany GmbH. Alle Vertragsklauseln wurden direkt aus legal.hubspot.com und legal.hubspot.com/jst-germany entnommen. Keine Rechtsberatung.